Im Verfahren war strittig ob ein Investitionsabzugsbetrag rückwirkend gebildet werden kann. Investitionsabzugsbeträge können gem. § 7 g EStG gebildet werden von Betrieben, die weniger als 100.000 Euro erwirtschaften. Investitionsabzugsbeträge können grundsätzlich maximal in einer Höhe von 200.000 Euro gebildet werden. Die Investitionsabzugsbeträge können gebildet werden für die Anschaffung von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. Anlagevermögen sind alle Wirtschaftsgüter, die einer dauerhaften Nutzung zugänglich sind d.h. die bei einer einmaligen Nutzung nicht verbraucht werden wie z.b. Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe.

Im Jahr der Bildung ist der Investitionsabzugsbetrag außerhalb der Bilanz bzw. außerhalb der G+V abzuziehen und mindert somit den Gewinn.

Im Jahr der Auflösung des Investitionsabzugsbetrags ist der Gewinn um den Investitionsabzugsbetrags zu erhöhen.

Gleichermaßen hat der Steuerpflichtige die Möglichkeit, eine Sonderabschreibung in Höhe von 40 % der Anschaffungskosten geltend zu machen.

Der Investitionsabzugsbetrag kann geltend gemacht werden in Höhe von 40 % der Anschaffungskosten. Hierbei sind die Nettoanschaffungskosten heranzuziehen, sobald der Steuerpflichtige zum Vorsteuerabzugberechtigt war. Ist der Steuerpflichtige nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt gewesen, sind 40 % der Bruttokosten zu berücksichtigen.

Fraglich oder strittig im Verfahren war, ob ein Investitionsabzugsbetrag auch rückwirkend gebildet werden kann. Dies war strittig zwischen der Finanzverwaltung und dem Steuerpflichtigen. Das Finanzgericht hat entschieden, dass ein Investitionsabzugsbetrag rückwirkend gebildet werden kann. Insbesondere dann, wenn der Steuerbescheid unter Vorbehalt der Nachprüfung steht.

Wichtig und entscheidet ist, dass der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist.

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