Im strittigen Verfahren war was eigentlich die Erstausbildung im Sinne des Kindergeldsbegriffes ist. Fraglich war insbesondere, bzw. strittig im Verfahren war, ob eine dreistufige Ausbildung dann beendet ist, also eine Erstausbildung vorliegt, wenn das Studium beendet ist, oder bereits vorher. Im vorliegenden Fall machte das Kind der Steuerpflichtigen erst eine Berufsaubildung, dann die Fachhochschulreife, ging dann studieren und wurde dann Physiotherapeutin. Bzw. studierte Physiotherapeutin. Dieses schloss sie auch erfolgreich ab. Fraglich war allerdings, ob bereits die erste Berufsausbildung zur Physiotherapeutin die Erstausbildung war, die Fachhochschulreife, oder das Studium zur Physiotherapeutin.

Hierzu vertrat die Finanzverwaltung die Meinung, dass die erste Berufausbildung die Erstausbildung war im Sinne des kindergeldlichen Begriffs. Die Klägerin vertrat diese Meinung nicht und bezog sich eben darauf, dass erst das Studium die Erstausbildung beendete.

Hierzu führte das Finanzgericht aus und gab damit der Klägerin auch Recht, dass das Studium die Erstausbildung erst beendete. Die Richter argumentierten insbesondere, dass die Zwischenschritte notwendig waren, um das Endziel zu erreichen. In der Erstausbildung sei dieser Plan verfolgt worden. Dieser sah vor, dieses Studium zu absolvieren und insbesondere sei dieses Ziel nur durch die schrittweise Ausbildung zu erreichen gewesen. D.h. es gab eine planmäßige Ausrichtung der Ausbildung über die drei Schritte bis zum Studium und dieses war letztendlich entscheidend. Die Richter sahen daher das Studium als Erstausbildung an und gaben der Klägerin Recht.

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